Beikoststart = Breikoststart?

Schon seit einigen Wochen flattern mir immer wieder Broschüren zum Thema Beikost zu. Beim Pekip Kurs, beim Kinderarzt, beim Elternkindfrühstück und auch im Mami Forum unserer Märzkinder ist das Thema Beikost ganz weit oben. Und auch unser kleiner Winzling hat mit seinen Blicken beim gemeinsamen Abendessen deutliches Interesse an der festen Nahrung gefunden. Lange wird es also nicht mehr dauern, dann wird unser kleiner Liebling wortwörtlich auf den Geschmack kommen.

Doch wie beginnen? So zahlreich die Broschüren zu dem Thema sind, so zahlreich sind auch die Herangehensweisen und dem entsprechend auch wiedermal die vielen Fragen zum Thema Beikost im Kopf einer Neumami.

 

  • mit welchem Gemüse soll ich die Beikost einführen?
  • soll ich Gläschen füttern oder selbst kochen?
  • wie lange soll ich eine Gemüsesorte geben, um mit einer neuen Sorte zu beginnen?
  • welcher Dampfgarer ist der schonenste?
  • womit soll ich pürieren und eventuell noch sieben?
  • welches Öl soll ich für den Brei benutzen und wie viel überhaupt?
  • soll ich überhaupt Brei geben oder dem Baby direkt Fingerfood geben?

Muss es wirklich so kompliziert sein, das eigene Kind ans Essen zu gewöhnen? Generationen vor uns haben es ja schließlich auch geschafft. Und das sogar ohne Thermomix, Pürierstab oder Dampfgarer.

Bei Gesprächen mit Hebammen und anderen Mamis bin ich auf die Methode des BLW (Baby Led Weaning) gestoßen, dies bedeutet so viel, als dass sich das Baby spielerisch selbst füttert und sich dabei an dem Essen von Mama und Papa bedient. Dabei ist natürlich klar, dass das Kleine noch nicht sofort von Mamas Müsli oder Pasta essen darf. Das Essen für das Baby muss natürlich frei von Zusätzen, Gewürzen und Salz sein. So kann der Winzling sich an zahlreichen weichen Obst und Gemüsesorten bedienen (natürlich in handgerechte Stücke geschnitten, die das Baby gut greifen kann). Härteres Gemüse wird natürlich schonend gekocht oder im Backofen gegarrt. Da im Herbst (Kürbiszeit) sowieso häufig Ofengemüse auf unserem Speiseplan steht, passt die Zeit für uns perfekt. Diese Herangehensweise ist (im Gegensatz zur Breikost) nicht neu. Auch unsere Eltern und Generationen davor wurden so schrittweise an feste Nahrung herangeführt.

Diese Methode fand ich sehr einleuchtend und sah verschiedene Vorteile in der Methode des BLW

  • schließlich kann auf diese Weise das Baby das Tempo der Nahrungsaufnahme selbst vorgeben,
  • es kann alle Lebensmittel, ihre Beschaffenheit und die damit verbundenen Geschmäcker selbst - und nicht gemischt mit anderen Geschmäckern  wahrnehmen.
  • Im Gegensatz zum Füttern mit Gläschen weiß ich, was ich dem Baby gebe und es ist frei von Geschmacksverstärkern und Zusätzen.
  • Nebenbei werden durch das eigene Führen der Lebensmittel zum Mund die motorischen Fähigkeiten geschult.
  • Es ist einfacher für die Mami, BLW bedeutet kein zusätzliches Kochen von Brei und damit auch keine Neuanschaffung von Damfgarern etc.

Wie immer gibt es aber auch hier nicht nur eine Sicht auf die Dinge, so gibt  es für mich auch Nachteile an der Methode,

  • so werden im Gegensatz zur Breikost die Stillmahlzeiten nicht gänzlich ersetzt, sodass es weiterhin unmöglich für Papa bleibt, den Kleinen zu füttern und es immernoch schwer ist, den Winzling über längere Zeit bei den Großeltern abzugeben.
  • Da sich der Kleine selbst füttert, wird nach den Mahlzeiten vermutlich auch mehr Essen unter dem Tisch, als im Magen des Winzlings befinden, sodass wir unseren Wollteppich unter dem Esstisch definitiv verbannen müssen und so erstmal an Gemütlichkeit einbüßen (ob ein Sisalteppich ginge?).
  • Da ich selbst nicht regelmäßig Fleisch und leider viel zu selten Fisch esse, weiß ich noch nicht, wie dies mit der Methode des BLW umzusetzen ist.

Für uns überwiegen allerdings die Vorteile, so möchten wir es zunächst mit der Methode des BLW probieren

Ich weiß aber mittlerweile auch, dass es bei mir mit den guten Vorsätzen zum Thema Baby (jaha, auch zum Thema Sport und Abnehmen) nicht immer so klappt wie ich es geplant habe und kann es mir durchaus vorstellen, dass wir letztendlich doch einen leckeren Möhren - Kartoffelbrei füttern werden. Aber auch wir Erwachsenen mögen ja schließlich Abwechslung und verschiedene Konsistenzen des Essens. Schließlich gibt es die Kartoffeln mal ganz, mal als Pommes, als Brei oder auch als Suppe.

Ein wenig Zeit lassen wir uns aber mit dem Essen beim Winzling noch, dann freue ich mich aber schon sehr auf seine Reaktion bei seinem ersten Geschmackserlebnis.

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