Enjoy the little things

Vielleicht hatte ich schon das ein oder andere mal erwähnt, dass sich mein Leben total verändert hat, seit der Winzling auf der Welt ist (z.B. hier, hier oder hier). Inzwischen würde ich mein kinderloses Vergangenheits-Ich für manche Vorstellungen am liebsten ohrfeigen: Etwa, dass man ein Baby einfach ins Bett legt, wenn es müde ist und es dann schläft oder dass Babys vielleicht zu Beginn nachts aufwachen, dann aber schnell durchschlafen.

Die vielen bewussten und unbewussten, wunderbaren aber auch manchmal nervigen Veränderungen in meinem Leben haben inzwischen allerdings einen unvorhersehbaren Nebeneffekt bekommen: Viele Dinge im Leben, die vorher für mich selbstverständlich waren, genieße ich jetzt viel mehr. Was für mein kinderloses Ich an der tagesordnung lag, ist jetzt zu etwas Besonderem geworden und löst teilweise regelrechte Glücksgefühle bei mir aus:

  • mehr als drei Stunden am Stück schlafen
  • Zweisamkeit mit meinem Mann
  • in Ruhe in einem Kaffee sitzen
  • ungestörtes Telefonieren
  • lautes Musikhören (und nicht Detlev Jöker oder Rolf Zuckowski)
  • duschen ohne Zeitdruck (und generell Zeit für Körperpflege ;-))
  • mal etwas im TV zuende schauen
  • auch mal etwas allein unternehmen
  • lesen (und dazu zählt nicht die Anleitung für die Zubereitung von Schmelzflocken)
  • in Ruhe Abendessen (anscheinend hat der Winzling einen extra Mama und Papa essen jetzt, da muss ich stören - Sensor)
  • etwas gebügeltes Tragen
  • und ja, jetzt wo der Winzling Beikost bekommt, auch mal ein Gläschen Sekt trinken

Natürlich liegt die Wertschätzung der Dinge jetzt hauptsächlich daran, dass diese Momente enorm selten geworden sind. Ich behaupte aber auch, dass sich grundsätzlich meine Ansicht auf Alltägliches geändert hat seit es den Winzling gibt und ich die Welt um mich herum jetzt bewusster und nicht mehr so selbstverständlich wahrnehme. Diese Genussmomente, von denen es jetzt immer mehr gibt, tun mir unglaublich gut und waren im Nachhinein betrachtet genau das richtige für mein konsumorientiertes Ich.

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